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Bei einem Annuitätendarlehen handelt es sich
um einen Kredit, der in Raten zurückgezahlt
wird, deren Höhe sich während der Laufzeit
nicht verändert. Dem Wortsinn nach handelt
es sich bei der Annuität um die jährliche
Kreditrate. Diese beinhaltet einen Zins-
sowie einen Tilgungsanteil. Während der
Laufzeit des Darlehens verringert sich der
Zinsanteil kontinuierlich bei gleichzeitigem
Anwachsen des Tilgungsanteils. Der Grund für
diesen Effekt besteht in der Tatsache, dass
sich die Darlehensschuld mit jeder gezahlten
Kreditrate verringert. Ein klassisches
Annuitätendarlehen ist am Ende der Laufzeit
vollständig getilgt.
Der Name eines derartigen Darlehens lässt
eine jährliche Zahlungsweise als
wahrscheinlich erscheinen, diese Annahme
trifft aber nicht zu. In der Realität ist
die monatliche Zahlung bei einem
Annuitätendarlehen am häufigsten, eher
selten wird die vierteljährliche
Zahlungsweise vereinbart.
Den Vergleich der Konditionen verschiedener
Angebote ermöglicht die Angabe des
effektiven Jahreszinses. Dieser enthält
neben den eigentlichen Kreditzinsen alle mit
der Kreditaufnahme verbundenen Kosten. Eine
Kreditversicherung muss aber nur dann in den
effektiven Jahreszins eingerechnet werden,
wenn die Bank ihren Abschluss verbindlich
verlangt.
Üblich ist in Deutschland ein während der
Laufzeit unverändert bleibender Zinssatz,
während in einigen anderen Ländern
regelmäßige Zinsanpassungen üblich sind.
Dafür sind die Zinsen in Deutschland
überdurchschnittlich hoch.
Annuitätendarlehen bei der
Immobilienfinanzierung
Während Konsumentenkredite über relativ
geringe Beträge am Ende der Laufzeit eines
Annuitätendarlehens üblicherweise
vollständig getilgt sind, steht bei der
Immobilienfinanzierung am
Ende der Zinsbindung eine Restschuld.
Für diese ist ein erneutes Darlehen
erforderlich, vor dessen Abschluss der
erneute Vergleich der Angebote
unterschiedlicher Kreditgeber sinnvoll ist.
Die Zinsbindung kann theoretisch für jeden
beliebigen Zeitraum abgeschlossen werden;
üblich sind fünf, zehn oder fünfzehn Jahre.
Für die Zinsbindung zahlt der Kreditnehmer
einen Aufschlag, dafür ist er vor
Kostensteigerungen während dieser Zeit
geschützt. Auf der anderen Seite profitiert
er aber nicht von Senkungen des allgemeinen
Zinsniveaus, so dass eine lange Zinsbindung
für den Kunden in erster Linie dann günstig
ist, wenn er mit kurz- oder mittelfristig
steigenden Kreditzinsen rechnet.
Für die anfängliche Tilgung empfiehlt sich
die Vereinbarung von mindestens einem
Prozent der Kreditsumme, wer über ein
entsprechendes Einkommen verfügt, kann
diesen Betrag erhöhen.
Für den Kreditnehmer bietet sich die
Vereinbarung möglicher Sondertilgungen an,
mit deren Hilfe er die Restschuld beim
Ablauf der Zinsbindung mindern kann. Ohne
eine derartige Vereinbarung kann die Bank
Sondertilgungen ablehnen oder bei
außerplanmäßigen Rückzahlungen eine
Vorfälligkeitsentschädigung als Ersatz für
den entgangenen Gewinn verlangen.
Während noch vor einigen Jahren nur wenige
Kreditgeber zur Vereinbarung von
Sondertilgungen bereit waren, gehört ihr
Angebot inzwischen zum Standard bei der
Immobilienfinanzierung.
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