Baugeldvergleich

 

 

Vollfinanzierung

 
Bei der Vollfinanzierung handelt es sich um ein Darlehen für den Bau oder Erwerb einer Immobilie, für welches vom Kreditnehmer kein Eigenkapital verlangt wird. Als Ausgleich für das erhöhte Risiko erhebt die Bank einen Zuschlag beim Zinssatz. Darüber hinaus bieten nicht alle Kreditgeber eine Vollfinanzierung an, allerdings sinkt die Zahl der Geldinstitute, welche sie prinzipiell ablehnen, seit einigen Jahren kontinuierlich.


Bei einer Vollfinanzierung werden die Nebenkosten bei einigen Angeboten ebenfalls finanziert, diese Form der Kreditaufnahme wird auch als 120%-Finanzierung bezeichnet. Die andere Variante einer Vollfinanzierung besteht darin, ausschließlich den Kaufpreis oder die direkten Entstehungskosten einer Immobilie als Kredit aufzunehmen und die Nebenkosten aus dem vorhandenen Vermögen zu bestreiten. Sie wird gelegentlich auch als 120%-Finanzierung bezeichnet.
 


Voraussetzungen für die Vollfinanzierung


Sofern eine Vollfinanzierung angeboten wird, setzt die Bank in der Regel eine gute Bonität sowie ein regelmäßiges Einkommen voraus. Bei der Bonitätsprüfung wird in diesem Fall neben dem bisherigen Verhalten als Schuldner auch die Höhe des Einkommens berücksichtigt. Freiberufler und Selbstständige erhalten nur bei sehr wenigen Kreditgebern eine Vollfinanzierung für ihre Immobilie. Ein weiteres Kriterium ist bei den meisten Geldgebern die vermutete Sicherheit des Arbeitsplatzes.

Somit sind Vollfinanzierungen für Beamte leichter zu erhalten als für Arbeitnehmer; besonders befristete Arbeitsverträge können ein Ausschlusskriterium darstellen.
Einige Immobilienkäufer bevorzugen die Vollfinanzierung, obgleich sie durchaus über Eigenkapital verfügen. Sie möchten dieses aber nicht angreifen, da sie sich seitens der gewählten Anlageform einen die Kreditkosten übersteigenden Gewinn versprechen. In diesem Fall betrachtet die finanzierende Bank das Vermögen als Sicherheit und ist eher zu einer Vollfinanzierung bereit.


Von einer solchen wird üblicherweise nicht gesprochen, wenn ein Teil der Darlehenssumme aus einem Bauspardarlehen besteht; dieses wird vielmehr bevorzugt dem Eigenkapital zugerechnet, auch wenn es sich dabei faktisch um einen zusätzlichen Kredit handelt.
Der Aufpreis für eine Vollfinanzierung beträgt im Durchschnitt einen Prozentpunkt der Darlehenssumme.
 


Risiken bei einer Vollfinanzierung


Das größte Risiko bei der Vollfinanzierung einer Immobilie besteht darin, bei einem ungeplant erforderlich werdenden Verkauf nicht genügend Geld für die Ablösung des Darlehens zu erzielen, da die Darlehenssumme bei dieser Form der Finanzierung naturgemäß überdurchschnittlich groß ist. Die häufigsten Ursachen für einen vorzeitigen Verkauf der Immobilie bilden die Trennung von Ehepaaren sowie eine überraschende berufliche Versetzung.
Das Risiko, auf recht großen Schulden sitzen zu bleiben, vermindert sich naturgemäß bei einem nicht sehr hohen Darlehensbetrag, so dass die Vollfinanzierung einer Eigentumswohnung eher als die eines Einfamilienhauses empfohlen werden kann.


Wer sich für eine Vollfinanzierung entscheidet, muss unbedingt das Für und Wider sorgfältig abwägen.


Positiv für mögliche zukünftige Immobilienbesitzer ist, dass eine Vollfinanzierung Menschen den Immobilienerwerb ermöglicht, die auf andere Weise keine Möglichkeit hierzu haben.