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Vorfälligkeitsentschädigung

Die Vorfälligkeitsentschädigung ist ein Begriff aus der Immobilienfinanzierung. Bei Konsumentenkrediten kann eine solche nicht anfallen, da alle Kredite, welche nicht grundpfandrechtlich gesichert sind, vom Kunden jederzeit fristgerecht gekündigt werden können. Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt zudem nur während der Zinsfestschreibung an, da variable Zinsen ebenfalls zur Kündigung des Vertrages oder zur vorzeitigen Rückzahlung von Teilbeträgen berechtigen.


Die Vorfälligkeitsentschädigung wird gelegentlich als VFE abgekürzt.
Ein Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeigt, dass die Vorfälligkeitsentschädigung in Deutschland überdurchschnittlich hoch ist.
 


Wann ist die Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten?


Eine Vorfälligkeitsentschädigung wird von der finanzierenden Bank verlangt, wenn der Kreditnehmer einen Immobilienkredit während der Zinsbindungsfrist vollständig ablösen oder eine nicht vereinbarte Sondertilgung leisten will. Der Anspruch der Bank auf eine Vorfälligkeitsentschädigung erlischt zehn Jahre nach dem Abschluss des Kreditvertrages.
Eine vollständige Ablösung des Darlehens vor dem Ablauf der Zinsbindung wird in der Praxis vor allem dann nachgefragt, wenn der Kreditnehmer die Immobilie vorzeitig verkaufen will. Gründe hierfür sind häufig die Trennung von Eheleuten oder eine beruflich bedingte Versetzung.
Häufiger ist der Wunsch von Kreditnehmern, die überraschend zu Geld gekommen sind, nach einer teilweisen Zurückzahlung des Darlehens.

Ein Rechtsanspruch auf die vorzeitige vollständige oder teilweise Ablösung des Darlehens besteht grundsätzlich nicht; die Rechtsprechung gewährt einen solchen jedoch, wenn der Kreditnehmer wichtige Gründe für den Verkauf der Immobilie glaubhaft machen kann. Ein weiterer anerkannter Grund ist die Ablehnung einer Krediterhöhung durch die Bank.
Die Bank kann einen Immobilienkredit nur in Ausnahmefällen kündigen, worunter nahezu ausschließlich grobe Unregelmäßigkeiten bei der Bedienung des Darlehens zu verstehen sind. Wenn die Bank das Darlehen kündigt, hat sie keinen Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung.
 


Wie berechnet sich die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung?


Es existieren unterschiedliche Möglichkeiten für die Berechnung des der Bank als Folge der vorzeitigen Rückzahlung entstandenen Schadens. Dabei hat die Bank ihren Einnahmeausfall um ersparte Verwaltungskosten und um einen Risiko-Abschlag zu bereinigen. Wenn der Kreditnehmer der Bank nachweisen kann, dass diese das zurückgezahlte Geld verlustfrei erneut verleihen konnte, muss er keine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. In der Praxis ist ein derartiger Nachweis kaum zu erbringen.
 


Vermeidung der Vorfälligkeitsentschädigung


Bereits beim Abschluss des Kreditvertrages kann der Kunde die Vorfälligkeitsentschädigung weitgehend ausschließen, indem er sich das Recht auf Sondertilgungen in den Vertrag schreiben lässt. Die meisten Banken stimmen einer derartigen Vereinbarung zu. Bei einer Nichtzustimmung ist die Entscheidung für ein anderes Institut zu empfehlen.


Bei einem Verkauf der Immobilie verzichten einige Banken auf die Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung, wenn sie als Makler tätig werden dürfen.